Auf dem Sommerempfang des BW-UK-Office mit Baden-Württembergs Repräsentantin für das Vereinigte Königreich Nicola Pinder wurde am 17. Juli 2025 mit rund 100 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in Stuttgart die Freundschaft zwischen THE LÄND und Großbritannien gefeiert. Eröffnet wurde der Abend von Florian Haßler, Staatssekretär für politische Koordinierung, Europa und Internationales, der im Jahr 2021 gemeinsam mit Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach London reiste, um das Auslandsbüro offiziell einzuführen. Er blickte positiv auf das vierjährige Bestehen zurück: „Es war das Ziel, mit unserem BW-UK-Office in London diese Verbindungen zu stärken, eine Anlaufstelle zu schaffen für unsere Unternehmerinnen und Unternehmer, für Hochschulen, für Forschende, für junge Menschen, und ich glaube, das hat sich ausgezahlt.“ Besonders freut Haßler, dass die regionale Zusammenarbeit über England hinaus ausgebaut wurde. Das Land unterzeichnete 2022 und 2023 Absichtserklärungen mit Schottland und Wales zur Festigung von Partnerschaften.
Johanna Bödenauer, Trade Advisor beim British Consulate General Munich, berichtete anschließend von gemeinsamen Projekten, die im letzten Jahr erfolgreich umgesetzt wurden: „Von unserem ersten UK Tech Accelerator im vergangenen Jahr, der sechs britische Tech-Firmen bei ihrer Expansion in den deutschen Markt unterstützte, bis hin zu einer gemeinsamen Handelsmission mit Bosch im Frühjahr: Wir sehen ganz konkret, was möglich ist, wenn wir zusammenarbeiten.“ Diese bilden auch eine starke Grundlage für neue Kooperationen, die an dem Abend angekündigt wurden. Dazu gehören:
Jürgen Schwehr, Vorstandsmitglied der British Chamber of Commerce in Germany (BCCG), betonte, dass es insbesondere nach dem Brexit wichtig ist, Netzwerke zwischen beiden Ländern zu pflegen, um weiterhin von den jeweiligen Stärken zu profitieren. Schwerpunkte des Auslandsbüros liegen dabei auf gemeinsamen Innovationsprojekten in den Branchen Mobilität, Maschinenbau, Energie und KI.
Ein großes Thema war die Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags zwischen Deutschland und Großbritannien durch Bundeskanzler Friedrich Merz und Premierminister Keir Starmer gewesen, die am selben Tag stattfand und zur Intensivierung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder beiträgt. Dieser stellt einen historischen Meilenstein dar und fördert Investitionen insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Energie und industrielle Transformation. Für Firmen aus dem deutschen Südwesten eröffnet der Vertrag neue Perspektiven für Kooperationen.
Das Highlight des Abends war eine Paneldiskussion mit den beiden Unternehmen Osapiens und Hodos Media, die aktuell vom Auslandsbüro unterstützt werden und ihre Marktstrategien präsentierten. Das Mannheimer KI-Unternehmen Osapiens plant in England 35 Millionen Euro in einen neuen Standort zu investieren und 150 Mitarbeitende zu beschäftigen. Für eine Expansion ins Vereinigte Königreich sprechen laut Fabian Padilla Crisol, Executive Vice President von Osapiens, viele Faktoren: „Großbritannien, insbesondere London, ist nach wie vor das Epizentrum von allem in der Welt. (…). Der dortige Markt ist sehr groß, und es gibt Kunden mit Interesse an Software und Automatisierungen. Der zweite Punkt ist, dass vor allem London ein Schmelztiegel verschiedener Menschen ist. Wenn man auf der Suche nach hoch qualifizierten Talenten ist, ist London der richtige Ort.“
Die britische Firma Hodos Media entwickelt intelligente Transportsysteme und hat entschieden, von Stuttgart aus in den deutschen Markt einzusteigen. Dort überzeugte CEO Kevin Prescott die Automobilindustrie mit ihrer traditionsreichen Geschichte. „Als KMU sind unsere Ressourcen begrenzt, sodass jede Hilfe, die wir bekommen können, sehr geschätzt wird“, so Prescott über die Unterstützung des BW-UK-Office. Auch Padilla Crisol lobt die Zusammenarbeit mit Pinder: „Es war beeindruckend zu sehen, wie schnell alles lief und wie professionell die Kontakte sind (…). Es war eine wirklich großartige Reise.“
Der Abend bot den Teilnehmenden anschließend viel Raum, um sich über mögliche Kooperationen auszutauschen und bestehende Beziehungen zu pflegen.