Auf dem von der IHK Region Stuttgart und dem Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus organisierten Asien-Pazifik Summit brachten die Wirtschaftsrepräsentanten des Landes Baden-Württemberg für China und Japan sowie der Repräsentant für den ASEAN-Raum am 17. Juni 2026 in drei Sessions ihre Expertise mit ein. Das Forum bot südwestdeutschen Unternehmen die Möglichkeit, praxisnahe Einblicke in asiatische Länder zu gewinnen und sich mit Akteuren aus der Region zu vernetzen. Mehr als 250 Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreter nahmen teil.
Über Marktchancen in der japanischen Gesundheitswirtschaft tauschte sich Dr. Lucas Witosklawsi, Wirtschaftsrepräsentant für Japan bei der AHK in Tokio, in einer von BW_i moderierten Gesprächsrunde zu Japan und Südkorea mit dem Vice President der AHK Korea Felix Kalkowsky und den in der Region aktiven baden-württembergischen Mittelständlern Rentschler Biopharma sowie Erbe Group aus. Japan gehört zu den sogenannten „super ageing societies“, weshalb die Regierung stark in die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung investiert. So sind ein Drittel aller Japanerinnen und Japaner über 60 Jahre alt. Insbesondere KI- und Digitalisierungs-Lösungen prägen den japanischen Health-Sektor. Baden-württembergische Firmen profitieren bei Partnerschaften vom dort vorherrschenden hohen Qualitätsbewusstsein, wodurch sie z.B. ihre Produkte verbessern können. Zwischen beiden Ländern bestehen bereits Forschungskooperationen, die eine Basis für eine vertiefte Zusammenarbeit bilden. Witoslawski betont jedoch, dass der Aufbau von Geschäftsbeziehungen Geduld erfordert, da der Mittelstand des ostasiatischen Landes bisher wenig international ausgerichtet und risikoscheu ist. Die Mühen zahlen sich dafür aus, denn sobald Vertrauen für eine Partnerschaft gewonnen wurde, pflegen japanische Firmen diese langfristig.
Einblicke in die vielversprechende Halbleiterindustrie Südostasiens präsentierte der ASEAN-Repräsentant Kai Neuber in einer Session, die sich mit der Rolle der Region in der globalen Halbleiter-Lieferkette auseinandersetzte. Teil dieses Panels waren auch Vertreter der Großunternehmen Bosch und Infineon sowie die GTAI-Managerin für Süd- und Südostasien Loan Schwedler. Deutlich wurde, dass die ASEAN-Region Firmen aus dem deutschen Südwesten vielversprechende Chancen bietet und sich die Diversität der einzelnen Länder auch in der Branche widerspiegelt. So sind z.B. Malaysia, die Philippinen und Thailand stark in der Backend-Halbleiterfertigung, während Singapur eine Vorreiterrolle in der Frontend-Produktion einnimmt und fortgeschritten im Bereich Forschung und Entwicklung ist. Für einen erfolgreichen Markteinstieg sind Netzwerkpartner vor Ort wichtig, die sich mit den wirtschaftlichen Strukturen in den südostasiatischen Ländern auskennen. Die Panelisten betonten zudem, dass für die Resilienz globaler Halbleiter-Lieferketten die politische Stabilität involvierter Länder entscheidender wird. Singapur positioniert sich hier durch seine Neutralität bezüglich internationaler Angelegenheiten als besonders krisenfest.
Mit Blick auf die wachsende Bedeutung von Drittmärkten stellt sich für den baden-württembergischen Mittelstand die Frage nach der zukünftigen Ausrichtung seiner Chinastrategien. Henning Vogelsang, Wirtschaftsrepräsentant für China, betonte in einer Session zu dem Thema, dass chinesische Unternehmen zunehmend internationale Absatzmärkte erschließen und mit ihren innovativen Produkten weltweit präsent sind. Daher führt laut ihm für südwestdeutsche KMU kein Weg an China vorbei: Wer technologische Entwicklungen frühzeitig erkennen will, muss sich vor Ort mit dem Land und der zukunftstreibenden Konkurrenz auseinandersetzen, um Neuheiten der eigenen Branche nicht zu verpassen. Tiefergehende Insights zum technologischen Fortschritt Chinas erhalten Sie in der Podcast-Folge mit Henning Vogelsang und seinem Gastbeitrag zur dortigen Robotik-Branche.
In der Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus finden Sie weitere Informationen zum Asien-Pazifik Summit.